Behandlungsmethoden im Überblick

Bei den  unterschiedlichen Therapieformen ist es für Patientinnen und Patienten oft schwierig, sich zu orientieren. Dabei gilt es, sinnvolle seriöse Methoden von übertrieben angepriesenen (und oft überteuerten) Alternativen zu unterscheiden:

 

I.    Klassische chirurgische Verfahren („Stripping“)

II.   Laser- und Radiowellen-Verfahren (RFITT) 

III.  Sklerosierung / Verödung

IV.  Mini-Phlebektomie

 

 

I. Klassische chirurgische Verfahren („Stripping“)

 

Das von den gesetzlichen Krankenkassen üblicherweise getragener Verfahren bedeutet die operative Entfernung durch ein" Ziehen“ dieser Venen. Dies kann methodisch unterschiedlich erfolgen, die sogenannte Invagination in Blutsperre stellt das dabei schonendste Verfahren dar. Dabei wird die Vene „in sich eingezogen“ und so entfernt. Diese Methode zeigt in der Hand erfahrener Gefäßchirurgen hervorragende Ergebnisse (eine einmal entfernte Vene kann sich nicht wieder öffnen, zudem weniger Hautverfärbungen) hinterlässt jedoch im Vergleich zu anderen Verfahren eine gewisse Zahl kleinerer Narben aufgrund der notwendigen Inzisionen in die Haut.

 


II. Laser- und Radiowellen-Verfahren

 

Wer auf diese Entfernung der Krampfader und die damit verbundene Folge einer so genannten“ inneren Wunde“ verzichten möchte, kann ein so genanntes „endoluminales" Verfahren wählen, bei dem die behandelte Vene im Bein verbleibt und durch Hitzeeinwirkung einer vorgeschobenen Sonde dauerhaft verschlossen wird. Hierfür bestehen zwei alternativen Verfahren, der Laser und das so genannte Radiowellenverfahren (auch Celon-Methode oder RFITT genannt). Beide arbeiten mit der Anwendung von Hitze, die eine Schrumpfung durch ein zusammenziehen der Venenwand verursacht.

 

Jedoch gibt es einen wesentlichen Unterschied: Bei dem Laserverfahren wird „von außen“ mit zumeist erheblich höheren Temperaturen gearbeitet, so dass in vielen Untersuchungen nicht unerhebliche Nebenwirkungen durch Hitzeeinwirkung jenseits der Venenwand festgestellt werden. Bei dem sogenannten Radiowellenverfahren (auch RFITT) erfolgt die Hitzeeinwirkung durch ein elektrisches Thermoelement/Sonde, wobei die Verabreichung der geeigneten Temperatur durch eine permanente Messung während der Behandlung gewährleistet ist (sogenannte Impedanz).

 

Dieses Verfahren wurde von Prof. Harnoss vor ca. 15 Jahren in klinischen Studien in Zusammenarbeit mit der Firma Celon entwickelt. Die Methode wird seither von vielen Kollegen klinisch angewandt und optimiert. In der Hand des erfahrenen Gefäßchirurgen und unter Berücksichtigung der geeigneten Indikation (Krampfadern bis zu 2cm Dicke lassen sich so gut behandeln) ist diese Methode geeignet, hervorragende Ergebnisse zu gewährleisten. Die Vorteile der Behandlung liegen in der Minimierung von Incisionen in die Haut (nur eine Wunde) und der hohen Schmerzarmut für den Patienten. Nachteile ergeben sich primär aus temporären Verfärbungen im Bereich der verschlossenen Vene (Ekchymosen), die vom Körper jedoch meist schnell abgebaut werden.

 

 

III. Sklerosierung / Verödung

 

Unter der sogenannten Sklerosierung (umgangssprachlich als „Verödung“ bekannt) versteht man die Injektion von Flüssigkeiten in eine Vene, die dort auf die Venenwand einen Reiz ausübt. Die Folge ist eine Verklebung unter Verschluss der Vene. Dieses Verfahren ist seit mehr als 100 Jahren bekannt, ebenso wie die Tatsache, dass es therapeutisch förderlich sein kann, diese Vene zusammen mit der Injektion von einer geringen Menge Luft kurzfristig blutfrei zu machen, um sofort ein kosmetisch besseres Ergebnis zu erzielen. Wenn diese Luft mit der Injektionslösung aufgeschäumt wird, wird die Wirksamkeit noch einmal deutlich gesteigert, jedoch auch die Aggressivität der Injektion. Auch hier ist die Erfahrung des anwendenden Arztes von großer Wichtigkeit.

 

Grundsätzlich kann man nahezu jede Vene mit einem derartigen Verfahren veröden. Abhängig von der Größe der Vene muss allerdings die Konzentration des Präparates und die Menge der Flüssigkeit bzw. des Schaums erhöht werden. Damit ergeben sich Risiken, die bis zu dem Auftreten kurzfristiger neurologischer Defizite (Sehstörungen etc.) führen können. Daher ist es sinnvoll, größere Venen mit stärkerem Durchmesser nicht mit Schaum zu veröden, sondern diese beispielsweise nach der Radiowellentherapie zu behandeln.

 

Die Verödung kann sinnvollerweise und mit guten Ergebnissen bei kleinen netzartigen Venen und Besenreisern erfolgen. Bei Letzteren sollte man allerdings mit der Schaumanwendung eher zurückhaltend sein, da auch bei sehr niedrigen Konzentrationen des Injektionsmittels in Verbindung mit Schaum gerade an Besenreisern teilweise sehr aggressive Folgen zu beobachten sein können, die dann zu keinem befriedigenden kosmetischen Ergebnissen führen.

 

 

IV. Mini-Phlebektomie

 

Kleine, netzartige Venengeflechte können darüber hinaus auch mit winzigen Häkchen und kaum sichtbaren Stichen durch die Haut entfernt werden. Eine Naht der Wunde ist meist wegen der kleinen Incisionen überflüssig. Die Stichwunden werden durch einen Pflasterverband oder einen Hautkleber verschlossen.

 

-> Weitere Fragen können Sie gerne hier stellen und/oder einen Termin in der Sprechstunde ausmachen.